Taiwan

Anfangs war die Insel von einer malaiisch-polynesischen Urbevölkerung besiedelt. 1590 entdeckten die Portugiesen die Insel. Aus dieser Zeit stammt der Name "Ilha Formosa" oder "Formosa", was soviel bedeutet wie "Schöne Insel" oder "Die Schöne". 1642-1662 kontrollierten die Niederländer die Insel. Während die chinesische Ming-Dynastie (1368-1644) auf dem Festland untergeht, beherrschen japanische Piraten die Insel und nutzen sie als Stützpunkt. 1683 erobern die in China siegreichen Mandschu die Insel.

1895 muss China die Insel an Japan abtreten. 1912 wurde China vom Kaiserreich zur Republik; Taiwan sieht sich laut Verfassung, die noch aus dem Festland stammt, heute als Fortsetzung dieser Republik.

1945 kommt Taiwan unter die Verwaltung der Alliierten und wird ohne Volksabstimmung der Republik China als ein Teil ihres Staatsgebietes zugesprochen. Jedoch wurde mit dem Friedensvertrag von San Francisco 1952 bestimmt, dass für die Zukunft Taiwans das Selbstbestimmungsrecht der Taiwaner berücksichtigt werden müsse. 1949 zieht sich jedoch die Kuomintang (KMT) unter Chiang Kai-shek nach ihrer Niederlage im chinesischen Bürgerkrieg auf die Insel zurück und ruft dort 1950 erneut die Republik China aus. Die Republik China auf Taiwan nimmt danach noch bis 1971 den chinesischen Sitz im UN-Sicherheitsrat als ständiges Mitglied ein. Dieser wird seit dem Ausschluss der Republik China durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 1971, durch die Volksrepublik China besetzt. Die Republik China gehörte 1945 zu den 51 Gründerstaaten der UNO.

Am 16. Dezember 1978 brachen die USA, die als "Schutzmacht des chinesischen Staates" fungierten, ihre offiziellen diplomatischen Beziehungen zur Republik China (Taiwan) ab. Dies geschah im Zuge der Annäherung der USA an die Volksrepublik China. Viele andere Staaten taten das Gleiche. Die Republik China wurde 1971 durch einen Beschluss der Generalversammlung aus der UNO ausgeschlossen, bevor die Volksrepublik China aufgenommen wurde und Taiwans Sitz im Sicherheitsrat übernahm.

Die Kuomintang regierte viele Jahre die Insel als autoritären Einparteienstaat. 1987 hebt die KMT das Kriegsrecht auf, die erste Oppositonspartei, die Demokratische Fortschrittspartei (DPP) entsteht und die lange unterdrückte "taiwanische" Kultur und Sprache dürfen wieder ausgeübt werden. Anfang der 1990er Jahre gibt die Kuomintang ihre Alleinherrschaft auf und die Demokratie wird eingeführt. 1992 werden erstmals freie Parlamentswahlen und 1996 direkte Präsidentschaftswahlen durchgeführt.

Seit 2000 ist mit Chen Shui-bian erstmals ein Kandidat der DPP Präsident. Er wurde 2004 knapp wiedergewählt.